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Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Institut für Romanistik

Gleichstellungskonzept des Instituts für Romanistik

 


Das Institut für Romanistik setzt sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf allen wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Karrierestufen ein und fördert darüber hinaus die Anerkennung von Diversität auf unterschiedlichen Ebenen. Im Hinblick auf diese Ziele stellt sich die Aufgabe, bestehende strukturelle Hindernisse sichtbar und transparent zu machen sowie Diskussionen diesbezüglich konsequent und öffentlich zu führen. Grundlage dafür sind vor allem die Entwicklung und Institutionalisierung der benötigten Kommunikations- und Informationsstrukturen sowie die explizite Benennung von geeigneten Maßnahmen und Ansprechpartnern.


I. Ausgangssituation und bisherige Maßnahmen

Der Frauenanteil in den Statusgruppen des Instituts ist derzeit relativ hoch, mit Ausnahme der Professuren. Am höchsten ist der prozentuale Anteil bei den Studierenden (ca. 74 % Studentinnen im 1. Fachsemester im WS 2011/12) und am niedrigsten bei den Professoren (28 %). Es fällt auf, dass der Frauenanteil bei den Promovierenden (derzeit 66 %) noch deutlich über dem der Professoren liegt. Der problematische Übergang zwischen beiden Karriereschritten bedarf offenbar der besonderen Aufmerksamkeit im Sinne der oben formulierten Ziele.

Um das in allen philologischen Disziplinen festzustellende Fehlen von Wissenschaftlerinnen in der Statusgruppe der Professuren als letzter Karrierestufe auszugleichen, wurden in der Vergangenheit vor allem Frauen in der Promotions- und Postdoc-Phase verstärkt gefördert. Mehrere Doktorandinnen konnten somit nach Abschluss ihrer Qualifikationsarbeiten angemessene Stellen an anderen Hochschulen besetzen. Zwei Habilitandinnen, die im Rahmen des interuniversitären ProFiL-Programms (Professionalisierung für Frauen in Forschung und Lehre) betreut wurden, folgten inzwischen einer Berufung auf W 3-Stellen außerhalb der HU.

Auch die Fonte-Stiftung setzt sich dafür ein, die Präsenz von Wissenschaftlerinnen in den oberen akademischen Statusgruppen zu fördern. Seit 2009 finanziert sie jedes Semester eine Gastprofessur, die speziell Nachwuchswissenschaftlerinnen zwischen Habilitation und Berufung eine zusätzliche Profilierung und Qualifizierung ermöglicht. Im Rahmen dieser temporär geschaffenen Stelle waren in den vergangenen Jahren drei Wissenschaftlerinnen am IfR tätig.

Außerhalb des Strukturplans hat das Institut für Romanistik zusätzlich eine Seniorprofessur mit Schwerpunkt Gender Studies eingerichtet. Ein fester Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit sind Promotionen und Habilitationen im genderbezogenen Bereich sowie die Organisation und Durchführung entsprechender Tagungen.

Über die Frage der Frauenförderung hinaus trägt Barrierefreiheit für Studierende und Mitarbeiter_innen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen zur Diversität und Chancengleichheit bei. Dazu gehören z. B. barrierefreie Lehrgebäude, Moodle als barrierefreies Lehrmanagement-System, Nachteilsausgleich, Angebote zur bedarfsgerechten Ausstattung von Arbeitsplätzen, Ruhemöglichkeiten usw. Ähnliche Angebote wurden zur Unterstützung von Mitarbeiter_innen mit Kleinkindern umgesetzt.

Das Institut kann auf eine hohe Fallzahl immatrikulierter ausländischer Studierender verweisen (im SS 2013 ca. 582 Studierende, davon 103 Ausländer_innen), denen bei Bedarf eine intensivere und auf die spezifischen Bedürfnisse zugeschnittene Betreuung durch die Studienfachberater und Lehrenden des Institutes zuteil wird.

 

 

II. Aktuelle und geplante Maßnahmen

1. Diversitätsförderung

Das Institut beabsichtigt darüber hinaus, die Vielfalt innerhalb des Lehrkörpers zu stärken, mögliche nicht-geschlechtsspezifische Benachteiligung auf struktureller Ebene frühzeitig aufzuzeigen und diese auszuräumen. Dies betrifft z. B. Diskriminierungen aufgrund von Behinderung oder chronischen Krankheiten, beruflichen Pausen im Zusammenhang mit der Familienplanung, der Herkunft, der sexuellen Orientierung, des Alters usw.

Berufliche Chancengleichheit soll auf allen Ebenen nachdrücklich thematisiert und von Vorgesetzten mit Leitungsfunktion am IfR als Führungsaufgabe verstanden werden. Letztere beinhaltet, neben einem Teil der unter II/1 bereits aufgeführten Maßnahmen, folgende Punkte:

a) Bereitstellung und Verbreitung von Informationen über Gleichstellungsmaßnahmen an der HU

b) Sorgfältige Beachtung der Chancengleichheit bei der Beschäftigung von studentischen Mitarbeiter_innen sowie wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen in der Qualifikationsphase

c) Weiterführung der außerhalb des Strukturplans des IfR eingerichteten Seniorprofessur

Das Institut sieht es als selbstverständlich an, ein Studium mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung zu ermöglichen. Die  o. g. Maßnahmen im Hinblick auf die barrierefreie Gestaltung des Lehrgebäudes, die Bereitstellung multimedialer und barrierefreier Informationsangebote für behinderte Studierende sowie die Ermöglichung von Einzelfall-entscheidungen werden weitergeführt und ausgebaut.


2. Frauenförderung

Frauenförderung wird am Institut als eine zentrale Aufgabe wahrgenommen, die in allen Phasen der beruflichen Qualifizierung, vor allem aber nach der Promotion von Bedeutung ist. Kernziel der diesbezüglichen Maßnahmen ist v. a. die Verbesserung der Informationspolitik im Hinblick auf folgende Fördermöglichkeiten und Unterstützungsangebote für weibliche Angehörige der Universität:

a) Fördermöglichkeiten für den wissenschaftlichen Nachwuchs, z. B.  das oben erwähnte ProFiL-Programm (Professionalisierung für Frauen in Forschung und Lehre) oder das Empowerment-Programm „Von Frau zu Frau“ für Studentinnen mit nicht-akademischem Hintergrund an der HU

b) Verstärkte Integration von Doktorandinnen in wissenschaftliche Vernetzungsstrukturen wie z. B. die neu gegründete Humboldt Graduate School – dies betrifft v. a. diejenigen, die sich bisher außerhalb der regulären Promotionsprogramme qualifizieren

c) Ermutigung und Unterstützung von Wissenschaftlerinnen bei der Ausarbeitung von Forschungsanträgen (Einwerben der „eigenen Stelle“ etc.), Beratung bei der Bewerbung um Übergangsmittel für die Postdoc-Antragstellung, Promotionsstipendien / Promotionsabschluss-Stipendien sowie Kurzzeitstipendien

e) Besetzung von Berufungskommissionen und anderen relevanten Gremien, repräsentativ in Bezug auf den Anteil von Frauen und nichtwissenschaftlichen Beschäftigten.


3. Familienfreundlichkeit

Das Institut wird entsprechend seinen Möglichkeiten Bedingungen schaffen, die allen Angehörigen der Einrichtung (einschließlich Studierende) eine gute Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie ermöglichen. Dies umfasst folgende Maßnahmen:

a) Unterstützung der Mitarbeiter_innen des IfR bei der familiengerechten Stundenplanung von Lehre

b) Berücksichtigung der Belastung von Mitarbeiter_innen durch Betreuungsaufgaben und Bereitschaft von Seiten des Instituts, im Interesse der Chancengleichheit flexibel angepasste Teilzeitstellen (eventuell auf bestimmte Zeiträume begrenzt) zu vergeben

c) Unterstützung der Studierenden bei ihrer individuellen Stunden- und Studienverlaufsplanung (einschließlich Auslandsstudium)

d) Zusammenarbeit mit dem Familienbüro und der Fakultät bei der Organisation von Kinderbetreuung zur Unterstützung von Mitarbeiter_innen, z. B. während Konferenzen

e) Umsetzung der Regelung zum Nachteilsausgleich für Studierende mit familiären Betreuungsbelastungen, z.B. durch Anerkennung von alternativen Leistungen

f) Ermutigung und Beratung hervorragender Studierender und Promovierender mit Kindern im Hinblick auf eine akademische Karriere

g) Erleichterung des beruflichen Wiedereinstiegs nach der Elternzeit


4. Gender Studies als Inhalt in der Lehre

Einige Wissenschaftler am Institut für Romanistik sind Mitglieder des Zentrums für Interdisziplinäre Geschlechterstudien und waren in den vergangenen Jahren am DFG-Graduiertenkolleg und mehreren weiteren internationalen Initiativen zur Gender-Forschung (einschließlich der Masculinity und Gay Studies) beteiligt. Das IfR trägt mit seinem breit gefächerten Angebot an Lehrveranstaltungen und Studienplätzen kontinuierlich zum Lehrprogramm der Gender Studies bei. 

Diese erfolgreiche inhaltliche Implementierung von Gender-Themen in der Lehre schärft das Bewusstsein für strukturelle Ungleichheiten und ist somit als ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Gleichstellungspolitik des Instituts zu sehen. Das IfR setzt sich dafür ein, dass dieses Themenspektrum auch in Zukunft in der Lehre abgedeckt werden kann.


5. Institutionalisierung der Gleichstellungspolitik

Das Institut bemüht sich, regelmäßig Daten zur Gleichstellungssituation zu erheben und diese allgemein zugänglich und transparent zu machen. Zudem ist die Teilnahme am Gleichstellungs-Controlling der Universität geplant. Die Institutionalisierung der Gleichstellungspolitik wird durch folgende Maßnahmen komplementär begleitet:

a) Wahl einer Ansprechpartnerin für den entsprechenden Bereich durch den Institutsrat

b) Sicherung des Informationstransfers, z.B. durch die Homepage des IfR, Informationstafeln und individuelle Beratungsgespräche

c) Mindestens jährliche Diskussion der erreichten und neu anvisierten Ziele im Institutsrat sowie Anpassung der weiteren Maßnahmen entsprechend den aktuellen Gleichstellungsstandards

d) Zweckgemäße und zielgerichtete Verwendung der für die Frauen- und Diversitätsförderung zur Verfügung gestellten Mittel durch das Institut. Die Vergabe dieser Mittel wird transparent gemacht.  Aufgrund der geringen Mittel, die zur Verfügung stehen, favorisiert das IfR keine Einzelfallförderung. Förderungsmöglichkeiten könnten beispielsweise ein Tutorium zum wissenschaftlichen Arbeiten für Migrant_innen sein oder aber eine Kinderbetreuung zu einem Pflichtkurs, der am späten Nachmittag bzw. Abend liegt.